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Die Well-Brüder gegen Bagida

Am 12.01. waren wir auf der „Anti Bagida Demo“ in München um unseren Beitrag gegen Rassismus und für ein buntes Bayern beizusteuern.

Der Flamenco ist eigentlich bayerisch

Vor einem restlos begeisterten Publikum boten die drei Brüder Karl, Michael und Christoph „Stofferl“ Well in der Pittenharter Mehrzweckhalle ihr Musikkabarett. Die Obinger Blaskapelle hatte das Trio eingeladen.

Die Zeit vom Einlass bis zum Auftritt der drei nutzte die Jugendblaskapelle, um unter Leitung von Eva Maria Gruber eine Bandbreite von Märschen, Polkas, Walzer bis zu modernen Arrangements darzubieten.

Es scheint kaum ein Musikinstrument zu geben, das nicht zumindest einer der Well-Brüder beherrscht. So sind Trompete, Tuba, Gitarre, Geige, Querflöte, Harfe, Dudelsack, Okarina, Ziach, Zither, Kontrabass, Alphörner sowie Drehleier, alles in musikalischer Perfektion, im Repertoire des Trios. Instrumentalstücke werden in der Regel zuvor bezüglich der Instrumentierung erklärt.

„Gigaliner der Stubenmusi“

Da gibt es viel Neues zu erfahren: dass die Alphörner, die „Gigaliner der Stubnmusi“, als Vorläufer des Laubbläsers zu gelten haben. Ein besonderes Teil ist das hölzerne „Glachter“, ein xylofonähnliches Instrument. Historisch ist das „Glachter“ eine Weiterentwicklung eines Instrumentes, das aus Knochen von Gerippen stammte.

Die Well‘schen Texte boten ein breites Spektrum: Neben einer humorvollen Annäherung an den Tod oder dem Rap „40 Cent“, der den bayerischen Milchbauern gewidmet ist, wurden auch historische Details aufgearbeitet: Es wurde beschrieben, wie Hannibal beim Marsch mit seinen Elefanten über die Alpen und einer spanischen Begleittruppe den bayerischen Schuhplattler kennen und schätzen lernte. Der Schuhplattler sei von den Bajuwaren ursprünglich anlässlich einer Mückenplage entwickelt worden. Auf der langen Rückreise nach Spanien kamen aber Teile des Schuhplattlers in Vergessenheit. Mangels Mücken in Spanien wurde das Schlagen der Hände auf Oberschenkel und Schuhe weggelassen und mit dem Stampfen der Füße der Flamenco erfunden.

Auch Lokalkolorit kam nicht zu kurz. Mit dem Gstanzl „Wui ma in Obing kulturell wos erlebn, muaß ma noch Pittenhart gehn“ wiesen sie auf das Fehlen einer für Kulturzwecke geeigneten Veranstaltungshalle in Obing hin. Mit „Wia ma de Kinda in Obing de Unendlichkeit erklärt, is dann, wenn de Ortsumgehung fertig wead“ wurde ein anderes Thema angesprochen.

Der Obinger Ruhestandspfarrer kommt sicher sofort in den Himmel, weil er die Hölle als Vorstand des 1860-Fanclubs schon auf Erden hatte.

Ein musikalischer Hochgenuss waren die Trompetenstücke von Stofferl Well, zum Beispiel ein Divertimento von Mozart. Aber auch seine beiden Brüder Michael und Karl standen ihm in nichts nach und wechselten die Instrumente nach Bedarf. Michael spielte virtuos auf einer Riesentuba, die größer war als seine Brüder. Karl war mit stoischer Ruhe und geradlinigen Pointen der perfekte Gegenpol zu dem quirligen Stofferl und eher überlegt wirkenden Michael Well. Ein dankbares Publikum erklatschte sich dann noch mehrere Zugaben.

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Aufgspuit! Stofferl Well zu Gast bei Werner Schmidbauer (Wiederholung)

 

Letztes Jahr war Christoph Stofferl Well zu Gast bei Werner Schmidbauer in seiner Sendung „Aufgspuit!“ Jetzt am 22.08. zeigt das Bayerische Fernsehen eine Wiederholung.

 

Stofferl Well und Werner Schmidbauer

Werner Schmidbauer empfängt in seiner Sendung „Aufgspuit!“ immer einen anderen interessanten Gast. Für die letzte Sendung war es nun Christoph Stofferl Well von den ehemaligen Biermösl Blosn (jetzt „Well Brüder aus’m Biermoos“). Stofferl erzählte aus seinem Leben im Kreis der 17 köpfigen Familie und spielte gemeinsam mit Schmidbauer ein buntes Programm von Biermösl Klassikern bis hin zu Schlagern aus seiner Jugend.

Stofferl als "der Depp"

Stofferl Well macht den „Deppen“

die 90 Instrumente die er spielen kann hatte er zwar nicht alle dabei, aber eine doch ganz beachtliche Auswahl (Dudelsack,  Querflöte, Harfe, Trompete, Alphorn… etc.).

Schließlich kamen auch noch Michael und Karli auf die Bühne und sangen zusammen mit Stofferl in der neuen Besetzung „Well Brüder aus’m Biermoos“ das Lied „s’Dirndl liabn„.

Well Brüder aus'm Biermoos

Well Brüder aus’m Biermoos bei Werner Schmidbauer

 

 

Programmvorschau im BR

Teil einer 17-köpfigen Familie zu sein, ist an sich schon außergewöhnlich genug. Wenn aber auch noch der Großteil der Familienmitglieder aus musikalischen Talenten besteht, ist der Weg schon fast vorgezeichnet: Der 1959 bei Fürstenfeldbruck geborene Christoph Well ist ein Vollblutmusiker wie er im Buche steht. Dieser Oberbayer ist einfach für die Bühne geboren – egal, ob er mit den berühmten „Biermösl Blosn“ unterwegs war, als Solotrompeter bei den Münchner Philharmonikern spielt oder als Teil der „Geschwister Well“ in den Münchner Kammerspielen auftritt. Trompete und Harfe hat er zwar studiert, doch in seinem Repertoire finden sich genauso Flöte, Geige, Maultrommel, Gitarre, Zither, Dudelsack, Tuba, Jagdhorn und schätzungsweise 90 weitere Instrumente – und immer noch entdeckt er neues Spielgerät für sich. Stofferl Well hat sich auf ganz eigene Art der bayerischen Volksmusik verschrieben, mit gesellschaftskritischen und satirischen Texten. Zusammen mit Werner Schmidbauer und Martin Kälberer wird Christoph „Stofferl“ Well an diesem Abend im Lustspielhaus nicht nur die bisherigen Höhepunkte seines Schaffens zum Besten geben, sondern auch einen einmaligen Blick auf seine musikalischen Vorbilder und ganz privaten Einflüsse gewähren.

 

 

 

Z’am rocken mit den Well Brüdern

Der Bericht zu unserer musikalischen Reise nach „Tel Aviv“  

Am 1. Juli begaben wir Well-Brüder uns mit unseren Kindern Maresa, Maria und Matthias um 7 Uhr morgens auf den Weg nach Tel Aviv. Nach langen Sicherheitskontrollen und dem Verstauen von Alphörnern, Akkordeon, Tuba usw. warteten wir in der separaten Abflughalle am Münchner Flughafen.

Beim Einchecken raunte mir ein seriös gekleideter Mann verschwörerisch zu: „Die Aigner fliegt mit, zusammen mit einer Wirtschaftsdelegation.“ Tatsächlich entdeckten wir am Gate weißblau gedeckte Partytische, geschmückt mit weißblauen Fähnchen und eine männerdominierte Delegation, allesamt mindestens Besoldungsgruppe A13, vertieft in wichtige Gespräche und Butterbrezen kauend. Wir schlichen uns an und klauten auch ein paar Brezen, wir hatten ja kaum gefrühstückt.

Endlich ging es los. Auf der Busfahrt zum Flugzeug stand Michael zufällig neben der Frau Superministerin und fragte sie ganz ungeniert, ob sie nicht Angst hätte, wo doch der Seehofer gerade auf Staatsbesuch in Paris sei, dass der Söder, der jetzt ganz allein in Bayern daheim ist, sich an die Macht putscht, wenn sie nach Israel fliege. „Nein, die Angst habe ich nicht“, antwortete die Frau Aigner kühl. Aber was wir in Israel zu tun hätten, wollte sie wissen.

Tel-Aviv-Wells-(10-von-11)

Die Well Brüder in „the zone“; Foto: Markus Schlich

Ja, was wollten wir in Tel Aviv? 

Der BR hatte uns im Rahmen seiner Sendung „Zam rocken“ eingeladen mit israelischen Musikern zusammen diese Folge mit zu gestalten.

Mit El-Al hoben wir (Holzklasse) und die gaballte Wirtschaftskompetenz Bayerns (Senatorklasse) nach ziemlich genauem Durchleuchten unserer Arbeitsgeräte relativ pünktlich ab. Da es unsere erste Reise ins heilige Land war und das nur für drei Tage, waren wir natürlich neugierig was uns da erwartet.

Erst einmal beim Aussteigen aus dem Flugzeug ein Hitzeschock. Als wir mit unseren Instrumenten zur Passkontrolle gingen, folgten uns viele neugierige Blicke, Alphörner sind ja nicht gerade alltäglich im Staate Israel. Die Frau Aigner haben wir dann nicht mehr gesehen. Von zwei netten jungen Studenten wurden wir vom Flughafen ins Hotel Isrotel gefahren, eines der Hochhäuser direkt am Strand von Tel Aviv.

Die gesamte BR-Mannschaft mit allen Beteiligten – die Luise Kinseher (sie moderierte die Sendung), die Franziska Eimer mit ihrem Freund Lorenz Wagner (sie hatten die Idee zur Sendung), … – traf sich gegen 19 Uhr in den Hotellobby, und wir marschierten los zu einem schönen Gartenrestaurant, in das die BR-Redaktion eingeladen hatte. Ein sehr angenehmer Rahmen, um sich kennen zu lernen und sich zu besprechen. Das Essen war hervorragend und natürlich koscher, das Bier war trinkbar, aber nicht ganz so koscher.

Unter einem Affenbrotbaum sitzend, besprachen wir den Ablauf der Aufzeichnung am nächsten Tag, lernten die BR-Mannschaft kennen und konnten es gar nicht fassen, hier zu sitzen, wo wir doch gestern noch in Schweinfurth gespielt hatten.

Ab 22 Uhr steppt in Tel Aviv der Bär. Eine Kneipe, ein Strandfest, eine Vergnügungsstätte nach der andern. Die Stadt ist wie ein riesiger Schmelztiegel. Araber, Amerikaner, Asiaten, Europäer, Christen, Moslems, Juden …. alles trifft hier in Tel Aviv aufeinander und kommt eigentlich gut miteinander aus.

Wir schauten noch den Rest des WM-Spieles Belgien-USA in einer Liegestuhl-Bar am Strand an und gingen dann ins Bett. Die Nacht war zwar heiß, aber ruhig. Die palestinensischen Raketenangriffe sollten erst drei Tage später einsetzen.

Tel-Aviv-Wells-(1-von-11)

Well Brüder mit ihren Kindern ;Foto: Markus Schlich

Am frühen Vormittag des nächsten Tages erkundeten wir das Viertel im Zentrum der Stadt. Es ist unglaublich laut und quirlig, viele kleine Geschäfte, unzählige Kaffees und Verkehr ohne Ende. Wir wunderten uns über das architektonische Kuddelmuddel von ganz neuen, grausigen Betonhochhäusern, ziemlich heruntergekommenen Bauhaus-Gebäuden der ersten Häusergeneration von Tel Aviv (vor cirka 60 Jahren) und ganz schönen Häuserzeilen mit wunderschönen Gärten. Von der politischen Spannung, die das Land beherrscht und die einige Tage danach in den Krieg führen sollte, war erstaunlicherweise nichts zu spüren.

Am Mittag, gegen 13 Uhr wurden wir abgeholt und fuhren zu unserem Reiseziel: „the zone“, eine Mischung zwischen Garage und Wellblechhütte, bunt bemalt, umgeben von Autobahnen und Hochhäusern. Mehr „independent“ geht fast nicht.

Mit der Zeit fanden sich eine Band nach der andern ein, man ratschte in gebrochenem Englisch, wobei unsere Kinder uns sprachlich weit überlegen waren und näherte sich so einander. Dann begannen wir zusammen zu spielen, und siehe da, alle Sprachschwierigkeiten unsererseits waren unwichtig. Es bereitete einen solchen Höllenspaß mit dem ganzen Haufen, dass es eine wahre Freude war und die Strapazen der Reise wie weggeblasen schienen.

Die Bands aus Israel waren:

Kbetch, ausgesprochen „Quetsch“ mit Klarinette, Geige, Akkordeon, Bass und Drumbox;
– Riff Cohen, eine sehr pfiffige und hübsche Sängerin mit ihrem Trommler;
Boom Pam, sie spielen eine Mischung aus Rock und traditioneller Gebrauchsmusik, mit E-Gitarre, Bass, Tuba, Schlagzeug un Keyboard;
Adir Kochavi Roots & More, eine Band mit jemenitischen Wurzeln, Percussion, Trompete, Saxophon, Bass ….

Franziska Eimer, die Erfinderin der Sendung, bekam eine ausgeliehene Harfe, mit der sie erstaunlich gut zurechtkam und überall munter und passend mitzupfte.

Wir sollten mit unserer bairischen Musik den Weltmusiksound komplettieren. Dazu hatten wir uns mit drei Alphörnern, zwei Steirischen Akkordeons, Gitarre, Trompete, Klarinette, Tuba, Bariton, Maultrommeln, zwei Geigen und Cello ausgestattet. Alle Instrumente haben den Hin- und Rückflug unbeschadet überstanden.

Die „Probe“ geriet zu einem Dauerhoagascht und Sitzweil. Für den Soundcheck blieb nicht mehr viel Zeit, was sich hinsichtlich der Menge an Dezibel als problematisch für die Aufzeichnung erwies. Es wurde vom hervorragenden Tontechniker, der fast unwirklich unhektisch war, improvisiert und gegen 20 Uhr ging‘s los.

Es war saumäßig lustig, interessant und, der Monaco Franze täte sagen, „inspirierend“! Wir haben auch versucht die hebräische Sprache in den Woidhansl-Tanz zu integrieren, was in Lautschrift ungefähr so ging:

Schalom a machnu
be Tel Aviv, dreihollero, dreihollero,
col ha a naschim
på nora magniv, dreihollero, schneids åb!

Wir haben keine Ahnung, was das heißt, aber die Zuhörer und Musikantenkollegen  fanden es recht lustig.

Mit so einem Haufen richtig sauguter (das Wort ist zwar nicht koscher, passt aber) Musiker haben wir schon lang nicht mehr zusammen musiziert. Ein jeder ein absoluter Meister seines Fachs und was das schönste war: Lauter offene, unideologische, schlaue und wirklich nette Menschen, mit denen man gerne öfter im Leben zusammen wäre.

Keine Ressentiments oder Scheuklappen! Man spielte nur zum Spaß, hörte sich gegenseitig gut zu und konnte sich, ohne irgendein Hilfsenglisch, wunderbar mit Hilfe von Tönen unterhalten. Uns wurde wieder klar, was die Musik doch für eine universelle Sprache ist!

Nach der Aufzeichnung gabs noch was zu essen und zu trinken, und nach 13 Stunden wurden wir mit einer Menge neuer Freundschaften wieder ins Hotel gebracht.

Am Donnerstag, nach dem Frühstück, schauten wir noch den Markt in Jaffa an, Stofferl ging ins Meer schwimmen.

Die Rückreise gestaltete sich etwas länger als geplant, da die Fluglotsen streikten, aber nach zig Kontrollen (Die Zollbeamten in Israel waren wirklich sehr freundlich!) und  langem Warten kamen wir wohlbehalten um Mitternacht wieder am Franz Strauß Airport (das Josef ist offensichtlich eingespart) an.

Es war ein sehr anstrengender, aber unglaublich interessanter und erfüllender Ausflug!

Sendetermin: Freitag, 1. August um 23.25 Uhr

Am 1.5.2014 gehts wieder los!

Christoph Well ist wieder mit seinem Beiwagen unterwegs. Dieses mal erkundet er auf musikalische Weise Coburg. Dabei trifft er unter anderem die Gruppe Tear Apart, einen kleinen Ausschnitt gibts hier schonmal vorab.

Weils so schee war – Stofferl Wells Bayern in Regensburg

Am Ostermontag, 21.4.2014, um 19:45 Uhr wird im Bayerischen Fernsehen “Stofferl Wells Bayern: Strawanzen in Regensburg” wiederholt
Stofferl Well unterwegs in Regensburg

Stofferl Well unterwegs in Regensburg

Stofferl Well zeigt Bayern auf seine ganz spezielle Art. In der unterhaltsamen Sendung ist er mit seinem alten Motorrad unterwegs nach Regensburg.

Er ist auf der Suche nach Menschen, die hier leben und Spannendes zu erzählen haben. Dabei lässt er sich leiten von dem, was kommt. Natürlich besucht Stofferl Well den Regensburger Dom; er trifft auf einen altes Schusterehepaar und stattet einem Andenkenladen einen Besuch ab.

Stofferl (Christoph) Well ist der jüngste der ehemaligen “Biermösl Blosn” und war mit seinen Brüdern in den vergangenen 30 Jahren in ganz Bayern unterwegs; er kennt das Land und vor allem kennt er die musikalischen Besonderheiten in jeder Ecke des Freistaats.

HIER gibts noch ein paar Fotos von der Folge!

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