AUS’M BIERMOOS

„Iatz pass obacht“: Die Well-Brüder und Gerhard Polt in Otting

Passauer Neue Presse, Otting, 5.8.2016 (mix)

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Otting, Foto: pnp mix

Gerhard Polt und die Brüder Well aus dem Biermoos brachten am Mittwochabend, 3. August, mit ihrem umjubelten Auftritt das Bierzelt in Otting zum Kochen. Die vier auf der Bühne gaben in alt bewährter Manier Spitzfindigkeiten zum Besten und beeindruckten mit ihrer Musik.

Die damalige Biermösl Blosn und Gerhard Polt hatten schon vor Jahren einen Auftritt im Bierzelt in Otting. „Damals hat uns der Sepp Daxenberger hergebracht, wir denken noch oft daran“, erinnerte sich Gerhard Polt. Wie von ihm gewohnt, trat er in verschiedenen Rollen auf, in denen er gesellschaftliche Themen unter die Lupe nahm. Wenn er sein typisches „Iatz pass obacht“ verlauten ließ, wusste man, dass wieder eine besonders verworrene Geschichte mit Hintergrund folgt. So berichtete er unter anderem von der 125-Jahr-Feier einer Freiwilligen Feuerwehr und lobte das Engagement der Jugend bei diesem Fest. Diese hatte nämlich eine „Anti-Drogen-Kampagne“ gestartet und legte dafür extra von jedem Schnaps, der an der Bar verkauft wurde, zehn Cent weg. Stolz verkündete Polt, dass somit an einem Abend über 1000 Euro zusammen kamen, mit denen vor Drogen und Sucht gewarnt werden soll.

Brillant war auch seine Darstellung des Landrates von Miesbach, der so gar nicht verstehen kann, warum man sich darüber aufregt, dass der Imbiss zu seinem runden Geburtstag, den sein Freund der Sparkassenchef finanziert hat, mit 120000 Euro zu teuer sein soll. Unter Freunden dürfe man sich doch mal helfen, oder? Außerdem habe er schließlich, ohne sich selbst loben zu wollen, sehr viel für den Landkreis getan: unzählige Schneekanonen habe er genehmigt und so manches Naturschutzgebiet zur Freude der Unternehmer in Bauland umgewandelt. Das habe ihm viel Ärger mit den „Kaulquappennummerierern“ der Grünen eingebracht. Und keiner danke ihm heute seinen „selbstlosen“ Einsatz. Die ganze rührselige Geschichte erzählt Polt mit einem Glas Champagner in der Hand, den er noch aus der Kiste übrig hat, die ihm der Sparkassenchef schenkte.