AUS’M BIERMOOS

Bairische Sprachwurzel für die Well-Brüder und Nou Well Cousines

Der BR berichtet:

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Bairische Sprachwurzel

Auszeichnung für Well-Brüder und ihre Kinder

Die drei Brüder Michael, Stofferl und Karli Well sind am Sonntag zusammen mit ihren Kindern Maria, Matthias und Maresa mit der „Bairischen Sprachwurzel“ ausgezeichnet worden. Der „Bund Bairische Sprache“ ehrt mit dem Preis Prominente, die in der Öffentlichkeit Dialekt sprechen.

Als Nachfolger der legendären „Biermösl Blosn“ treten Michael, Stofferl und Karli unter dem neuen Namen „Wellbrüder aus’m Biermoos“ auf, meistens natürlich mit Kompagnon Gerhard Polt. Ihre Kinder sind als musikalische Formation „NouWell Cousines“ bekannt.

In der Begründung für die Preisvergabe heißt es, dass der Name Well im deutschsprachigen Raum als Markenzeichen für den Gebrauch des  westmittelbairischen Dialekts an der Sprachgrenze zu Schwaben steht, aber immer gefeit dagegen war, in ein bayerntümelndes Folklore-Eckerl gestellt zu werden.

Sepp Obermeier, der Gründer des „Bunds Bairische Sprache“, sagte, zusammen mit den Kindern der Well-Brüder habe man die Liste der bisherigen prominenten Preisträger, die als Tabubrecher bei offiziellen Anlässen Bairisch reden, um „sechs auf einen Streich“ erweitert. Karli Well steht erst seit 2012 mit seinen beiden Brüdern auf der Bühne. Er stieg ein, als Hans Well bei der Biermösl Blosn ausstieg.

Die Bairische Sprachwurzel haben die Well-Schwestern, bekannt als Wellküren, vor ihren Brüdern bekommen. Sie waren 2008 Preisträgerinnen und stehen damit in einer Reihe mit Papst Emeritus Benedikt XVI., Hans-Jürgen Buchner, bekannt als Haindling, Luise Kinseher oder Georg Ringsgwandl. Die bairische Sprachwurzel wird seit 2005 verliehen.

Dialekt spreche man heute bewusst, weil man etwas damit verbinde, sagte Ludwig M. Eichinger vom Institut für Deutsche Sprache in Mannheim in seiner Laudatio. Verbinden könne man Weltoffenheit, Liberalität, Originalität sowie frech-subversives Infragestellen von Autoritäten und Gewohnheiten. Genau das demonstrierten auch die Ausgezeichneten in ihrem künstlerischen Wirken. Dialekt müsse nicht für Konservativismus, Spießigkeit und Landidyll stehen, sondern sei auch kompatibel mit dem urbanen Lebensgefühl des 21. Jahrhunderts.

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